OKTOBER
„Zeit des Abschieds und Loslassen“
Nun ist endgültig der Abschied von den aktiven, nach Außen gerichteten Kräften da. Die Säfte der Pflanzen ziehen sich in die Erde zurück, wo sie sich an die universelle Lebenskraft anschließen und sich Erneuern. Im Außen bleibt nur das Zentrum in Form von Stamm und Ästen zurück. Die schillernde Farbenpracht, mit der die Natur sich verabschiedet zeigt uns die Schönheit, die in Reife und Loslassen liegt. Zeit für uns, uns diesen Energien zu widmen und wie die Pflanzen das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und loszulassen. Unterstützen kann uns dabei der Holunder, ein Meister der Gegensätze mit einer starken Verbindung zur tiefen Erdenergie. Er blüht weiß, aber die Beeren sind schwarz, er ist giftig und heilend, er wirkt zerbrechlich und alt, ist aber kräftig und biegsam.
Holunder: Jedes Haus sollte einen Holunder haben, da er die untere Welt mit der Mittleren Erde verbindet. Jeder wusste dies und hat die Nähe des Holunders zu den Menschen sehr geschätzt. Wollte man den großen Meister beschneiden bat man ihn um Erlaubnis. Er half Krankheiten zu heilen, indem man das Hemd des Kranken über ihn warf. Heute brühen wir aus den Blüten einen schweißtreibenden Tee, der bei Erkältung, Rheuma, Masern und Scharlach hilft. Die moderne Phytotherapie hat diese Wirkung bestätigt und setzt den Tee, die Tinktur oder homöopathische Kügelchen auch bei Stirnhöhlenvereiterungen und Heuschnupfen ein. Aus den Früchten presst man einen immunstärkenden Saft, der sogar in der Begleittherapie von Krebserkrankungen in Betracht gezogen wird. Hilft auch bei Herpes und Neuralgien. Die Rinde aber ist giftig und erzeugt Durchfall und Erbrechen.
Besondere Tage:
31.10 Samhain (Ahnenfest): christliche Entsprechung ist Allerheiligen. Auch Halloween geht auf dieses keltische Fest zurück. Der schwarze Gott der Unterwelt tritt seine Herrschaft an und es beginnen die dunkelsten Wochen des Jahres. In dieser Nacht ist außerdem die Grenze zwischen den Welten aufgehoben. Man nahm an, dass die verstorbenen Ahnen in dieser Nacht auf der Erde wandeln, um ihre Verwandten zu besuchen. Um ihnen den Weg zu leiten und sie zu bewirten, stellte man Lichter und leckere Kleinigkeiten in die Fenster. Samhain ist auch mit dem Wort Sammeln verwandt. Die Ernte ist eingefahren und man bereitet sich auf die dunkle Jahreszeit vor. Sammeln, Rückzug und spirituelle Arbeit werden in den nächsten Wochen wichtig und bedeutsam.